Fertighaus-Fertigbau

Was ist ein Fertighaus?

FertighausModerne Fertighäuser punkten durch ein hohes Maß an Vorfertigung im Werk, kurze Bauzeiten und beste Kennwerte in Sachen Energiebedarf und Wärmeschutz. Häufig sind Fertighäuser in Holz-Bauweise errichtet, ebenso gibt es Fertighäuser aus Leichtbeton. Durch hochentwickelte Techniken, modernste Materialien und präzises Arbeiten gibt es mittlerweile auch Massivbauunternehmen, die ihre Produkte aufgrund der Wirtschaftlichkeit und kurzer Bauzeit zu Recht als Fertighaus anbieten.

 

Die wichtigsten Merkmale eines Fertighauses

Das klassische Fertighaus wird am PC entworfen und bis ins Detail geplant, häufig kommen Typenstatiken und standardisierte Grundrisse zum Einsatz. Anhand der Entwurfs- und Ausführungspläne werden die einzelnen Elemente für den Fertigbau im Produktionswerk vorgefertigt. Je nach Grad der Vorfertigung können mehrere Bauelemente oder auch komplette Wände inklusive Elektroinstallation und Fenster hergestellt werden. Generell gilt: Je höher das Maß der Vorfertigung im Werk, umso kürzer sind die Bauzeiten.

Die reine Aufbauzeit für den Fertigbau beträgt oft nur wenige Tage, Wartezeiten entstehen durch die Anlieferung an die Baustelle, den Einbau von Dämmung und Installationsleitungen und natürlich den Innenausbau wie er auch beim Massivbau anfällt. So müssen zum Beispiel Fußböden verlegt und Wände tapeziert werden. Auch das Fliesen und Einbauen der Sanitärmöbel nimmt Zeit in Anspruch.
Ebenfalls typisch für das Fertighaus ist die Notwendigkeit zur besonders sorgfältigen Planung. Nachträgliche Änderungen am Grundriss, an der Lage der Elektroausgänge oder an der Ausstattung sind im Gegensatz zum Massivhaus in der Produktions- und Bauphase beim Fertigbau kaum noch möglich, da sämtliche Wandbauteile, Decken- und Dachbauelemente nach Plan vorgefertigt werden.

 

Fertighaus planen – der Architekt ist mit im Boot

In der Regel wird beim Fertighaus ab Oberkante Bodenplatte alles aus einer Hand geliefert. Das bedeutet, dass der Hersteller nicht nur die Fertigung, sondern auch die Planung und zum Teil sogar die Finanzierung stellt.

Die Fertighausfirmen bieten verschiedene Standardhaustypen an, diese können bei größeren Unternehmen in sogenannten Musterhausparks besichtigt werden. Durch vorgefertigte Planungsunterlagen können die Baunebenkosten geringer ausfallen. Der Preis dafür ist allerdings eine Einschränkung hinsichtlich der Planungsfreiheit. Die im Rahmen des Standardtyps möglichen Anpassungen nimmt der Architekt vor, bei der sogenannten Bemusterung werden aus einem Katalog verschiedene Elemente wie zum Beispiel Fenstermaterial und -gestaltung, Fassadengestaltung, Innenausbau und Elektroausstattung gewählt.
In der Regel ist im Standardpreis für den Fertigbau nur eine Standardausstattung enthalten, jede Aufwertung in diesem Bereich bedeutet auch ein Mehr an Kosten. Das betrifft zum Beispiel die Wahl des Fenstermaterials für die Fertighäuser, ebenso die Ausstattungswerte im Bereich der Elektroinstallation oder Grundrissänderungen, die auch die Statik betreffen.

 

Die Fertighauskonstruktion in Holz

Die Holzständer- oder Holztafelbauweise ist heute die beliebteste Art, Fertighäuser zu errichten. Die Hersteller arbeiten dabei mit verschiedenen Vorfertigungsgraden. Häufig wird das Ständerwerk auf der Außenseite einseitig mit OSB- oder Spanplatten beplankt. Nach der Aufstellung am Standort des Fertighauses werden die Leitungen und Auslässe installiert und die Dämmung eingebaut. Anschließend wird die Wand mit einer weiteren Scheibe als innenseitige Beplankung geschlossen. Bei einem höheren Maß an Vorfertigung wird die Wand bereits im Werk komplettiert und muss auf der Baustelle lediglich aufgestellt und kraftschlüssig mit den weiteren Bauelementen montiert werden. Ist der Fertigbau montiert, wird die Fassade nach Bauherrenwunsch verkleidet. Möglich ist eine vorgehängte hinterlüftete Fassade aus Holz oder anderen Fassadenmaterialien, ebenso kann die Gebäudehülle verklinkert werden. Vor allem im zweiten Fall ist von der Konstruktion als Fertigbau in Holzbauweise kaum mehr etwas zu erkennen.

 

Fertigbau mit Leichtbeton und Blähton

Fertighäuser können auch aus Leichtbeton errichtet werden. Darunter versteht man Beton, der durch leichte Zuschlagstoffe wie zum Beispiel Tonkügelchen oder Lufteinschlüsse abgemagert wird. Der Effekt: Eine sehr gute Wärmedämmung. Die Leichtbetonelemente können für den Fertigbau sowohl als Wand wie auch als Dachplatten vorgefertigt werden. Auf der Baustelle werden die Fertigteile montiert und kraftschlüssig verbunden. Die Innenwände müssen lediglich verspachtelt werden und sind anschließend malerfertig. Blähtonwände sind bei hoher Festigkeit doch so flexibel, dass sich Nägel problemlos einschlagen lassen. Bei Fertighäusern aus Leichtbeton muss die Elektroinstallation bereits mit vorbereitet werden, die nötigen Aussparungen, Schlitze und Leerdosen werden werkseitig mitgeliefert.

 

Ausbauhaus oder schlüsselfertig?

Fertighäuser können vom Hersteller oft in verschiedenen Ausbaustufen gekauft werden. Man unterscheidet dabei:

 

  • Das schlüsselfertige Haus bei dem alle Arbeiten am Haus und im Innenbereich abgeschlossen sind.
  • Das Rohbauhaus, bei dem der Bauherr selbst den Großteil des Innenausbaus im Fertigbau übernimmt.
  • Das Ausbauhaus, bei dem die Eigenleistungen mit dem Hersteller individuell festgelegt werden.

Nicht im Preis für das Fertighaus enthalten sind in der Regel die Bodenplatte, auf dem das Haus gegründet ist oder der Keller. Je nach Anbieter wird diese Leistung zusätzlich mit angeboten oder der Bauherr muss sich selbst um die Herstellung der Gründung kümmern. Meist im Leistungspaket inklusive sind Bauleitung und Baubetreuung, der Fertighaushersteller stellt ebenso den Architekten, der zusammen mit dem Bauherrn die Planung übernimmt.