Bauweisen im Fertigbau

Das Fertighaus – kurze Bauzeiten in verschiedenen Bauweisen

FertigbauGenerell gibt es zwei Bauweisen für Fertighäuser, nämlich die Holzbauweise und die Massivbauweise.

 

  • Fertigbau mit Holz
    Aufgrund des nachhaltigen und umweltfreundlichen Baustoffes Holz mit seinen guten Eigenschaften sind sehr viele Fertighäuser aus dem Material errichtet. Holz stellt das Tragwerk von Wänden und Dach im Fertigbau, durch eine entsprechende Dämmung werden gute bauphysikalische Werte erzielt.

  • Fertigbau mit Leichtbeton
    Fertighäuser aus Leichtbeton stellen die zweite Gruppe, hier werden komplette Wände, Decken und Dachplatten im Fertigteilwerk gegossen, auf die Baustelle transportiert und dort kraftschlüssig verbunden.

 

Fertigbau in Holzständerbauweise

Die Holzständerbauweise gehört zu den Skelettbauweisen und ist für Fertighäuser eine häufig eingesetzte Konstruktion. Ein Traggerüst aus Holz – meist wird für heimisches Nadelholz verwendet - sichert die Statik im Fertigbau, zwischen den horizontalen und vertikalen Holzelementen wird Dämmmaterial für einen guten Wärmeschutz eingebaut. In der Dämmebene liegen außerdem die Installationsleitungen, die beim Fertigbau oft schon während der Vorfertigung eingebaut werden. Durch mehrlagige Span- oder OSB-Platten werden die Wände geschlossen und gleichzeitig ausgesteift, man spricht hier auch von einer Beplankung. Die Holzbauteile werden zimmermannsmäßig verbunden, zum Beispiel durch Balkenverbinder oder Verzapfungen. Errichtet wird das Fertighaus in Holzständerbauweise auf einer Bodenplatte auf Beton, die untersten horizontalen Holzbauteile, die direkt auf der Sohlplatte befestigt sind, werden als Schwelle bezeichnet. Die einzelnen Holzständerwände werden vorgefertigt, der Fertigungsgrad variiert dabei bei den einzelnen Fertighausherstellern.

 

Die Holzständerbauweise zeichnet sich durch verschiedene Vorteile aus:

  • Kurze Bauzeit durch vorgefertigte Wandbauteile
  • Kein Trockenwohnen, da im Fertighaus kaum Feuchtigkeit eingetragen wird
  • Je nach gewähltem Fertigbau bis zu 30 % günstiger als die Massivbauweise
  • Individuelle Raumgestaltung durch flexibles Tragwerk
  • Energieeffizient durch durchdachte Wandaufbauten
  • Raumgewinn durch schlanke Wandquerschnitte

Den Vorzügen dieser Bauweise für Fertighäuser steht ein großer Nachteil gegenüber:

So kann ein Holzständer-Fertighaus bei mangelhafter Ausführung der Abdichtung durchfeuchten und es kommt zu Fäulnis am Holz und Schimmel. Die Abdichtung muss über die ganze Gebäudehülle lückenlos ausgeführt sein, besonders dort, wo Durchdringungen erforderlich sind, kommt es besonders leicht zu Feuchteschäden. Dann drohen Folgekosten, die die Kostenersparnis durch einen anfangs gegenüber dem Massivhaus geringen Preis schnell zunichtemachen.

 

Tipp:
Der Angebotsvergleich bei der Auswahl des Fertighausanbieters ist besonders wichtig. Es empfiehlt sich, einen Sachverständigen, zum Beispiel einen Architekten hinzuzuziehen. Der kann beurteilen, welcher Anbieter Fertighäuser in hochwertiger Qualität liefert. Das billigste Angebot ist hier bei weitem nicht das Beste!

 

 

Die Holztafelbauweise für Fertighäuser

Die Holztafelbauweise ist ganz ähnlich wie die Holzständerbauweise aufgebaut, in der Regel ist der Vorfertigungsgrad für den Fertigbau höher, die Wandelemente werden auf die Baustelle geliefert und dort zum Fertighaus zusammengesetzt. Ebenso wie beim Holzständerbau ist auch hier die Abdichtung der anspruchsvollste Teil bei der Errichtung des Fertigbaus. Wird hier nicht absolut lückenlos gearbeitet, kommt es zu Feuchteschäden in und an der Wand, die sich beim Baustoff Holz besonders dramatisch auswirken und hohe Folgekosten für Repararatur und Sanierung im Fertighaus mit sich bringen. Die Vorteile entsprechen denen der Holzständerbauweise.

 

 

Fertighäuser aus Leichtbeton und Ziegelverbund

Die massivere Variante im Fertigbau besteht aus vorgefertigten Wänden aus Leichtbeton. Mit leichten Zuschlagstoffen versetzter Beton wird im Stahlbetonfertigteilwerk zu kompletten Wänden vergossen, innerhalb der Wandelemente wird eine Stahlbewehrung laut Statik eingebaut. Der Schalungsverguß eröffnet zahlreiche Möglichkeiten zur Gestaltung der Fertighäuser, bringt aber auch einen entscheidenden Nachteil mit: Einmal hergestellt, lässt sich an der Fassadengestaltung wie auch am Grundriss nur schwer etwas verändern. Auch später sind Grundrissänderung nur durch zusätzliche Leichtbauwände möglich, das Abreißen von Wänden darf nur in Übereinstimmung mit der statischen Konstruktion erfolgen. Die Befürchtung, im Leichtbeton-Fertighaus wie in einem Betonklotz zu wohnen, ist allerdings unbegründet. Durch die Zusammensetzung des Betons herrscht ein angenehmes Wohnklima im Fertighbau, die Wandoberfläche ist so weich, dass – anders als bei herkömmlichem Beton – in den Wänden leicht genagelt oder gedübelt werden kann.
Mittlerweile erobert auch der massive Fertigbau in Ziegelverbundbauweise den Markt für Fertighäuser. Vorgefertigte Mauertafeln bilden die Wandelemente, die auf der Baustelle dann nur noch zum Fertighaus zusammengesetzt werden müssen. Wie bei anderen Fertighäusern auch, sind auch hier die Bauzeiten sehr kurz, durch die fertigen Wände wird in den Rohbau wenig zusätzliche Feuchtigkeit eingeleitet. Der Innenausbau der Fertighäuser entspricht im Aufwand und Vorgehen der Massivbauweise.

 

 

Das Fertighaus und seine Preise

Grundsätzlich gilt, dass ein Fertighaus zu niedrigeren Gesamtkosten als ein Massivhaus hergestellt werden kann. Allerdings gibt es massive Unterschiede, die wiederum den Preis beeinflussen. Die Bauweise ist für die Kosten des Fertigbaus ebenso entscheidend wie die gewählte Ausbaustufe. Ebenso wie beim Massivbau gilt: Je mehr Eigenleistung der Bauherr übernimmt, umso weniger Arbeitslohn fällt an – und dies kann die Gesamtkosten für den Fertigbau deutlich verringern. Unterschiede liegen im jeweiligen Anbieter und im angebotenen Leistungsumfang. Gerade deshalb ist ein Angebotsvergleich beim Fertigbau besonders wichtig. Bevor die Preise aussagekräftig verglichen werden können, muss die Leistungsbeschreibung vergleichbarer Fertighäuser abgeglichen werden. Denn nur wenn hier die Inhalte gleich sind, ist auch der Preis für die Fertighäuser vergleichbar.

 

Tipp:

Grundsätzlich gilt, dass ein hochwertiges Haus einfach seinen Preis hat. Besonders günstige Angebote weisen auf Dumpingpreise oder das Fehlen wichtiger Leistungen hin. Deshalb ist es wichtig, die Leistungsbeschreibung für das Fertighaus gründlich auf Vollständigkeit zu prüfen. Idealerweise können von den Anbietern Referenzbauten besichtigt werden.

 

Weitere und ausführliche Informationen über die Bauweisen beim Hausbau finden Sie unter https://www.hausbauberater.de/bauweisen.